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Offener Brief des BvB an Hr. Dipl.-Kfm. Michael Gersdorf
Das Schreiben im Original als Download [Format: PDF]


Herrn
vBP/ StB/ RB/ Dipl.-Kfm.
Michael Gersdor
Am Born 24

23627 Groß Grönau

Berlin, 6. September 2006



Lieber Michael,
sehr geehrter Herr Kollege Gersdorf,

ich habe mich aufrichtig gefreut, als ein Gremienmitglied des DBV Ende letzten Jahres bei mir um einen Gesprächstermin nachsuchte mit dem Angebot, die Spitzenvertreter beider Verbände sollten sich zu einem Gespräch zusammenfinden. Wie du weißt liegt mir nichts mehr am Herzen, als eine effektive Interessenvertretung aller vBP. In diesem Gesprächsangebot sah ich eine historische Chance nach all den Auseinandersetzungen in der Vergangenheit im Berufsstand und vor Gericht, nachdem nun der letzte Rechtsstreit zugunsten des BvB entschieden ist.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verwaltungsrat des BvB bereits beschlossen, dass der BvB sich für mittelständische Wirtschaftsprüfer öffnet, denn die Interessenlage in den Kanzleien der mittelständischen Wirtschaftsprüfer und unserer Mitglieder ist gleich. Kritische Stimmen im BvB hielten das Gesprächsangebot des DBV deshalb auch nur für ein taktisches Manöver, um uns von diesem Wege abzuhalten oder die Öffnung der Mitgliedschaftsvoraussetzungen des BvB zumindest zu verzögern. Ich bin dieser negativen Einschätzung nicht gefolgt und habe das Gespräch gesucht. Leider hatte ich Unrecht.

Nachdem die Präliminarien unseres Zusammentreffens eigentlich geklärt waren, platzte ein Fax der Kanzlei Gersdorf auf den Tisch meiner Kanzlei. Darin ging es um persönliche Dinge, verbunden mit neuen Vorbedingungen für die Gespräche. Ich habe auch dies hingenommen, als Agitation bewertet und trotzdem die Terminvereinbarung vorangetrieben. Es ging mir schließlich darum, das Gespräch zwischen den Verbänden zusammenzubringen, denn eines ist unsäglich: die Spaltung der vBP.

Als wir uns dann endlich in Köln trafen, hatten Sie schon wieder eine weitere populistisch gestaltete Attacke gestartet, indem Sie auf der Website des DBV den BvB aufs Gröbste verunglimpften und ihm sogar die Spaltung des Berufsstandes in die Schuhe schoben. Auch dies nahm ich hin, denn kein vernünftiger Leser kann glauben, dass ein Verband, der weiter besteht, gespalten hat. Spalter ist doch der, der einen neuen Verband gegründet hat, weil er im alten keine Mehrheit mehr fand. Oder sehe ich das so falsch, Herr Kollege?

Bei unserem Gespräch in Köln ergab sich, dass Sie jegliche Lösung ablehnen, bei der ein unabhängiger Verband der vereidigten Buchprüfer entsteht. Im Übrigen stand im Vordergrund Ihrer Gesprächsführung die Fusion beider Verbände, wobei Sie dies im Sinne einer feindlichen Übernahme verstehen.

Der Vorstand des BvB hat sich anlässlich seiner Sitzung in Saarbrücken ausführlich mit dem Verlauf des Gespräches in Köln befasst. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass weitere Gespräche nicht zielführend sind, solange sie nicht ohne Vorbedingungen geführt werden.

Der Vorstand hat bei seinen Erwägungen auch die Verunglimpfungen berücksichtigt, die Sie in der Selbstdarstellung der Politik des DBV für erforderlich halten. Die jetzige Untätigkeit des DBV bei der Interessenvertretung der vBP wird von Ihnen als großer Erfolg dargestellt, während Sie andererseits gegen besseres Wissen dem BvB anlasten, er hätte die Schließung des Berufsstandes nicht bekämpft. Kaum einer weiß genauer als Sie, dass es anders war. Und kaum einer weiß genauer als Sie, wer die Schließung des Berufsstandes initiiert hat - ganz gegen die nach außen erklärten Absichten. Zusammen mit Herrn Kollegen Starostik habe ich alle Bundestagsfraktionen aufgesucht und die Interessen der vBP vertreten. Mit meinem Vorstandskollegen Gansen habe ich die wichtigsten Landeswirtschaftsministerien besucht. Doch die Sache war bereits mit einer klassischen Intrige "geregelt" worden. Ein führender Bundestagsabgeordneter - - drückte es folgendermaßen aus: "… Mir wird berichtet, dass die Landesverbände Ihrer Verbündeten gegen Sie arbeiten …".

Sie müssen als Faktum endlich akzeptieren, dass der BvB der einzige unabhängige, freie Berufsverband für die Vertretung der Interessen aller vereidigten Buchprüfer ist. Der BvB ist personell, räumlich und organisatorisch unabhängig und keiner anderen Institution verpflichtet. Das wird auch so bleiben. Wenn Sie diese Faktenlage anerkennen, sind wir gerne bereit. die Gespräche mit dem Vorstand des DBV wieder aufzunehmen, die dann ohne Vorbedingungen zu führen sind. Bis dahin werden wir selbstverständlich auf allen Ebenen mit den Kollegen des DBV zusammenarbeiten. In München hat bereits ein produktives Gespräch zwischen unseren beiden Berufsrechtlern, Herrn Kollegen Elias und unserem Geschäftsführer, Herrn Kollegen Starostik, stattgefunden. Dabei wurde z. B. ein gemeinsamer Besuch im Bundeswirtschaftsministerium ins Auge gefasst. Auch ein gemeinsamer Berufsrechtsausschuss beider Verbände wäre denkbar.

Es ist der Wunsch der großen Mehrheit der Berufskollegen, dass die Spaltung der vBP beendet wird, meiner ist es auch!

Mit kollegialem Gruß

(Heinz Raschdorf - Vorsitzender)